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China erzielt Durchbruch in der Offshore-CCUS-Technologie: Das Enping-Projekt injiziert über 300.000 Tonnen CO₂

10.04.2026

Die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) gab heute bekannt, dass das CCUS-Demonstrationsprojekt im Ölfeld Enping 15-1, Chinas erste Offshore-Initiative zur CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS), bereits über 300.000 Tonnen Kohlendioxid im großen Maßstab injiziert hat. Das Projekt hat erfolgreich Industrieabgase in eine grüne Ressource umgewandelt und damit ein neues Modell für den marinen Energiekreislauf entwickelt, das die Nutzung von Kohlenstoff zur Steigerung der Ölgewinnung bei gleichzeitiger Speicherung in Lagerstätten ermöglicht. Dieser Meilenstein belegt, dass China die Kerntechnologien für Offshore-CCUS vollständig beherrscht.

Grüne Transformation der größten Offshore-Plattform Asiens

Die im Perlflussbecken gelegene Plattform Enping 15-1 ist die größte Offshore-Rohölförderplattform Asiens. Das erschlossene Ölfeld erreicht eine maximale tägliche Rohölproduktion von über 7.500 Tonnen. Das Begleitgas dieses Feldes enthält bis zu 95 % Kohlendioxid. Konventionelle Fördermethoden würden nicht nur Anlagen und Pipelines stark korrodieren und den Treibhauseffekt verstärken, sondern auch zu relativ geringen Förderraten führen.

CNOOC erklärte dieses Projekt im Rahmen des 14. Fünfjahresplans zu einer Schlüsselinitiative zur Energieeinsparung und CO₂-Reduzierung. Nach vier Jahren intensiver Forschung und Entwicklung wurden über zehn in China entwickelte Technologien etabliert. Im Juni 2023 nahm hier Chinas erstes Offshore-Demonstrationsprojekt zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) den Betrieb auf. Am 22. Mai 2025 wurde das Projekt auf CCUS (Carbon Capture, Use and Storage) umgestellt und damit der Übergang von der reinen CO₂-Sequestrierung zur CO₂-Abscheidung zur Steigerung der Erdölförderung vollzogen.

Drei Kerntechnologien bewältigen die Herausforderungen bei Offshore-CCUS-Anlagen.

Präzise Regelung von überkritischem Kohlendioxid
Das Projekt nutzt die Technologie der überkritischen CO₂-gestützten Erdölgewinnung (CO₂-EOR). Kohlendioxid wird auf über 7,38 MPa komprimiert und auf über 31,1 °C erhitzt, um einen überkritischen Zustand zu erreichen – der die hohe Diffusionsfähigkeit eines Gases und die hohe Dichte einer Flüssigkeit vereint – wodurch die Speicherkapazität und die Pumpleistung deutlich gesteigert werden. Um dieses empfindliche Gleichgewicht zu erhalten, entwickelte das Projektteam ein neuartiges „Vierstufiges Kompressionsverfahren mit Zweiwegstabilisierung“, das die herkömmliche dreistufige Kompression auf vier Stufen erweitert. Diese Innovation gewährleistet, dass das Kohlendioxid auch bei Rückführungsdrücken von über 180 Kilogramm im stabilen überkritischen Zustand bleibt. Darüber hinaus realisierte das Projekt die Kernausrüstung und Instrumentierung vollständig eigenständig und schuf damit Chinas erstes komplettes Offshore-CCUS-Anlagenpaket. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wurden implementiert, darunter: präzise Druck- und Temperaturregelungstechnologie und Zwei-Kreislauf-Systeme, die eine solide Grundlage für groß angelegte Rückführungsoperationen bilden. Hengdas Ausrüstung kann auch die Standards für präzise Druck- und Temperaturregelung erfüllen und Kunden dabei helfen, Energieeinsparungen und eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu erzielen.

Effiziente Injektion durch „Umnutzung alter Brunnen + Zoneneinspritzung“
Das Projekt nutzte innovative Methoden zur Umrüstung erschöpfter alter Bohrungen zu Reinjektionskanälen, wodurch über 10 Millionen RMB an Bohrkosten eingespart und die Arbeiten sieben Tage früher als geplant abgeschlossen wurden. Durch den Einsatz einer eigens entwickelten Technologie, die „hydraulisch gesteuerte, intelligente Feinzoneninjektion und verteilte faseroptische Überwachung“ integriert, wird eine präzise Gasinjektion in verschiedene Reservoirschichten erreicht. Dies verhindert effektiv die Kanalisierung von Kohlendioxid und verbessert die Ölausbeute erheblich.

Überwindung der globalen Herausforderung der „süßen Korrosion“
Um der sogenannten „süßen Korrosion“ – verursacht durch die Reaktion von Kohlendioxid mit Wasser zu Kohlensäure, deren Ausbreitung unter hohem Druck exponentiell zunimmt – entgegenzuwirken, entwickelte CNOOC eigenständig ein Anti-CO₂-Korrosionssystem mit Zementsuspension und spezielle Bohrflüssigkeiten. Alle mit Kohlendioxid in Kontakt kommenden Geräte sind speziell gegen Korrosion behandelt. Die Gehäuse im Erfassungsbereich erfüllen die höchste C5-M-Klassifizierung für Salzsprühnebel und verfügen über zusätzliche säuregasbeständige Beschichtungen, die einen jahrzehntelangen sicheren und stabilen Bohrlochbetrieb gewährleisten.

Projektvorteile und Branchenausblick

Bis Februar 2026 entspricht die kumulierte CO₂-Einspeisung des Projekts von 300.000 Tonnen der Pflanzung von rund 6,6 Millionen Bäumen. Die aktuelle Einspeiserate liegt bei 8 Tonnen pro Stunde und soll zukünftig auf 17 Tonnen pro Stunde steigen. Die maximale jährliche Ölfördermenge pro Bohrung wird 15.000 Tonnen erreichen. Im geplanten zehnjährigen Betriebszeitraum wird das Projekt voraussichtlich insgesamt über eine Million Tonnen CO₂ speichern und gleichzeitig rund 200.000 Tonnen Rohöl zusätzlich fördern.

Derzeit konzentrieren sich die meisten der weltweit 65 kommerziellen CCUS-Projekte auf Onshore-Anlagen, während Offshore-Projekte nach wie vor äußerst selten sind. Chinas geologisches Offshore-Kohlenstoffspeicherpotenzial wird auf 2,58 Billionen Tonnen geschätzt, was enorme Entwicklungsperspektiven eröffnet. Nach dem Enping-Projekt begannen am 11. April 2026 die Bauarbeiten für Chinas erstes Offshore-Projekt zur „Kohlenstoffeinspritzung zur Steigerung der Gasgewinnung“ – das CCUS-Demonstrationsprojekt im Gasfeld Dongfang 1-1. Am 1. Juli 2026 werden Chinas erste zwölf nationalen CCUS-Standards offiziell in Kraft treten und die Branche damit in eine neue Phase der großflächigen kommerziellen Entwicklung führen.

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